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Coronavirus-Impfung

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Impfung gegen SARS-CoV2

Welche Impfungen gibt es?

Alle Impfstoffe haben das Ziel, dem Körper ein für das Virus charakteristisches Antigen zuzuführen, damit daraufhin Abwehrstoffe gegen dieses Antigen produziert werden. Sollte sich eine Person nun anstecken, erkennt das vorbereitete Immunsystem sehr schnell das bekannte Antigen und wehrt die Infektion damit schnell ab.

In Deutschland ist zunächst der Impfstoff, der von BioNTech und Pfizer entwickelt wurde, verfügbar.
Dieser ist – genauso wie der später verfügbare Impfstoff der Firma Moderna – ein neuartiger mRNA-Impfstoff. Diese Impfstoffe wurden bislang nicht beim Menschen angewendet, was eine große Diskussion auslöste.
Bei diesen Impfstoffen wird über Lipidpartikeln ein Bauplan für ein Virusantigen geimpft, was in den körpereigenen Zellen zur Herstellung und dann zur Expression des Virusproteins auf der Zelloberfläche  (i.d.R. des Spike-Proteins) führt.

Darüber hinaus gibt es z.B. mit dem Oxford-Impfstoff der Firma Astra-Zeneca oder dem russischen Sputnik-Impfstoff Vectorimpfstoffe, die bereits außerhalb Europas zugelassen sind.
Weitere solche Impfstoffe sind derzeit noch in Italien und Deutschland in der Prüfphase. Bei einem Vectorimpfstoff werden Antigene oder auch Genmaterial des Coronavirus über einen lebenden oder abgetöteten Trägervirus, der bei Menschen keine Erkrankungen auslöst (z.B. Adeno-, Pocken- oder Masernviren), geimpft. Dieses Prinzip ist relativ neu und wurde bereits bei Impfstoffen gegen Ebola und Dengue-Fieber erfolgreich angewendet.

Außerdem gibt es konventionelle Impfstoffe mit inaktivierten Viren, die bereits im Iran und China verfügbar sind. Diese benötigen für die Herstellung viel mehr Zeit, daher wird damit gerechnet, dass erste Zulassungen erst in den nächsten Monaten in Europa erfolgen. Eine Massenimpfung wird damit wohl erst Ende 2021 möglich sein.

Spaltimpfstoffe und Peptidimpfstoffe sind noch in der Entwicklung.

Verändert der BioNTech-Impfstoff das Erbgut?

Der Impfstoff verändert das eigene Erbgut nicht. Er besteht aus mRNA, die auch regulär in allen Körperzellen immer (in anderer Reihenfolge) im Cytoplasma vorkommt. Dies ist eine lange Kette aneinandergereihter Nukleotide. Durch die Komination der 4 verschiedenen Nukleotide Adenin, Guanin, Cytosin und Uracil wird die Information gespeichert. Das menschliche Erbut besteht aus DNA, welche nur im Zellkern vorkommt, und enthält statt dem Nukleotid Uracil das Nukleotid Thymin. Darüber hinaus enthalten die Nukleotide in der DNA Desoxribose und die der RNA Ribose. mRNA kann den Zellkern, der durch eine Kernhülle geschützt ist, nicht erreichen. Dadurch ist ein Einbau einer mRNA in die DNA nicht möglich. Eine Veränderung des Erbguts findet also nicht statt.

Bei jeder Erkältung, die sie bereits durchgemacht haben, haben (RNA-)Erkältungsviren ihre Körperzellen befallen und immer die Produktion von Virusmaterial über eingeschleuste mRNA erzwungen, ohne dass Sie sich darüber bisher Sorgen gemacht haben, ob ihr Erbgut verändert werden könnte.

Das HI-Virus ist ebenfalls ein RNA-Virus (ein Retrovirus), enthält aber bestimmte Enzyme, die die RNA in DNA umbauen können (reverse Transkriptase). Ebenso gibt es DNA-Viren, wie beispielsweise Herpes- oder Hepatitis-Viren. Allerdings ist auch hier ein Einbau der fremden DNA in die körpereigene DNA nicht ohne weiteres möglich. Es ist aber nicht ausgeschlosssen, das bei HIV-Infizierten die mRNA in DNA umgewandelt werden könnte und dadurch eine Erbgutveränderung möglich wäre.

Ist der Impfstoff sicher?

Der BioNTech-Impfstoff wurde bei über 20.000 Probanden getestet und mit ebensovielen Ungeimpften verglichen. Die Beobachtung dauert noch weiter an. Bislang gab es keine solche große Impfstoffstudie. Die meisten Probandne klagten wie bei anderen Impfungen auch über unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Erschöpfung, was als Reaktion des Immunsystems zu werten ist.
In Einzelfällen wurden bei empfindlichen Personen auch Lymphknotenschwellungen und schwerere allergische Reaktionen berichtet. Auch dies ist für Impfstoffe grundsätzlich nicht außergewöhnlich, muss jedoch weiter beobachtet werden. Mit Medikamenten ist diese Nebenwirkung gut beherrschbar.

Empfehlen Sie die Impfung?

Ja, natürlich! Sonst müssen wir noch weiter mit den Regeln und Lockdowns leben. Auch wir werden uns auch impfen lassen, sobald wir an der Reihe sind!

Wie lange hält die Impfung? Ab wann beginnt der Schutz? Bin ich dann noch ansteckend? Muss ich dann noch die AHA-Regeln einhalten?

Wie lange die Schutzdauer anhält, wissen wir noch nicht genau, wohl mindestens 6-8 Monate.

Die meisten Impfstoffe müssen zwei Mal geimpft werden, in der Regel nach 21 oder 28 Tagen erneut. Ab der zweiten Impfung ist von einem Schutz auszugehen. 14 Tage vor bis 14 Tage nach dieser Impfserie sollten keine anderen Impfungen durchgeführt werden.

Auch ob man nach der Impfung noch ansteckend ist, ist noch nicht genau bekannt. Bekannt ist aber, dass jeder Geimpfte einen Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf hat.

Da noch nicht klar ist, ob Geimpfte das Virus noch weiterverbreiten können, gilt zunächst auch, dass auch Geimpfte die AHA-Regeln weiter einhalten sollen. Solange nicht alle die Möglichkeit haben auch geimpft zu werden, sollten Geimpfte auch aus Solidarität keine Sonderrechte einfordern.

Wie komme ich an die Impfung?

Das ist ganz verwirrend. In Bayern gibt es wohl eine Hotline des jeweilig zuständigen Impfzentrums, das ist immer das, bei dem man mit Wohnort gemeldet ist.
Für Nürnberg lautet diese Nummer 0610.220825592; Für Fürth und den Landkreis Fürth: 0911.9509170. Beim Bayerischen Gesundheitsministerium können Sie weitere Rufnummern herausfinden.
Darüber hinaus können Sie nach einer Registrierung unter www.impfzentren.bayern ab 20.01.21 notwendige Daten bereitstellen, wenn Sie zu einer Priorisierungsgruppe gehören. Ab 20.01.21 soll dann darüber auch einen Terminvereinbarung online möglich sein.

Geimpft wird dann in Impfzentren, in Fürth in der Rosenstraße/ in Nürnberg im Messezentrum oder über mobile Teams.

Welche Priorisierungsgruppen gibt es?

  1. Gruppe mit höchster Priorität
    hierzu gehören laut Impfverordnung Menschen über 80 Jahren, Pflegebe­dürf­ti­ge sowie ambulante und stationäre Pflegeberufe. Außerdem Menschen in medizinischen Einrichtungen, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sich anzustecken, z.B. Rettungsdienste, Angestellte in Intensiv-/Notaufnahmestationen, von Palliativdienste oder Impfzentren, oder Personal, das schwer gefährdete Menschen anstecken können wie Mitarbeiter in der Onkologie oder Transplantationsmedizin.
  2. Gruppe mit hoher Priorität
    Alle Menschen über 70 Jahren. Menschen mit Trisomie 21, Demenz oder einer geistigen Behinderung sowie Patienten nach Organtransplantation, oder Personen, die diese Menschen betreuen. . Enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren. Menschen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko tätig sind, wie Ärzte und Personal mit regelmäßigem unmittelbaren Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren. Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung öffentlicher Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Mitarbeiter im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhal­tung der Krankenhausinfrastruktur. Personen, die etwa in Obdach­lo­sen­heimen oder Asylbewerberunterkünften untergebracht oder tätig sind.
  3. Gruppe mit erhöhter Priorität
    Alle Menschen ab 60 Jahren und Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie Adiposi­tas (Body-Mass-Index über 30), chronischer Nierenerkrankung, chronischer Lebererkrankung, mit Immundefizienz oder HIV-Infektion und mit Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, einer koronaren Herzkrankheit oder arterieller Hypertonie, mit zerebrovaskulären Erkrankungen oder Apoplex, mit Krebserkrankun­gen, mit COPD oder Asthma bronchiale und mit Autoimmunerkrankungen oder rheumatischen Erkran­kun­gen.

Danach folgen alle anderen Personen. Ab wann welche Gruppe an der Reihe ist, wurde noch nicht mitgeteilt. Wie diese Mitteilung dann kommuniziert wird, auch nicht – also am besten über die Medien informieren.

Der Nachweis der Anspruchsberechtigung soll über Atteste von niedergelassenen Ärzten erfolgen. Inzwischen haben bereits einige Ärzteverbände reagiert und dies abgelehnt, da die Ausstellung solcher Atteste möglicherweise einen Vertrauenskonflikt in der Arzt-Patienten-Beziehung hervorrufen könnte.

Verschwörungstheorien…

Abgesehen davon, dass es heutzutage keine Möglichkeit gibt, einen Chip so klein zu bauen, dass er unsichtbar in einer Flüssigkeit über eine Kanüle gespritzt werden könnte, gibt es keine Impfpflicht und auch Bill Gates hat seine Finger nicht im Spiel. Wir werden von der Pharmaindustie auch nicht bezahlt und dürfen die Impfung (zumindest am Anfang) noch nicht durchführen.

Wo kann ich noch mehr Informationen bekommen?

Die Originalpublikation des BioNTech-Impfstoffes finden Sie in einem der hochangesehensten medizinischen Journals: New England Journal of Medicine

Im Arznei-Telegramm wird sowohl die Datenlage zum BioNTech-Impfstoff als auch zu den Covid-Impfungen allgemein diskutiert

Über Nebenwirkungen berichtet die Pharmazeutischen Zeitung

Vom Bundesministerium für Gesundheit gibt es weitere Informationen

Für die Impfung bei Krebserkrankungen gibt es hier Informationen

Für Bayern gibt es noch eine Informationsseite der Staatsregierung