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Coronavirus-Impfung

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Impfung gegen SARS-CoV2

Welche Impfungen gibt es?

Alle Impfstoffe haben das Ziel, dem Körper ein für das Virus charakteristisches Antigen zuzuführen, damit daraufhin Abwehrstoffe gegen dieses Antigen produziert werden. Sollte sich eine Person nun anstecken, erkennt das vorbereitete Immunsystem sehr schnell das bekannte Antigen und wehrt die Infektion damit schnell ab.

In Deutschland sind die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer (Comirnaty), sowie der Impfstoff der Firma Moderna (Spikevax) zugelassen – beides neuartige mRNA-Impfstoffe, die zuvor bislang nicht beim Menschen angewendet wurden, was eine große Diskussion auslöste. Bei diesen Impfstoffen wird über Lipidpartikeln ein Bauplan für ein Virusantigen geimpft, was in den körpereigenen Zellen zur Herstellung und dann zur Expression des Virusproteins auf der Zelloberfläche  (i.d.R. des Spike-Proteins) führt. Einweiterer solcher Impfstoff wird demnächst wahrscheinlich von der Firma Curevac zugelassen.

Darüber hinaus ist mit dem Oxford-Impfstoff der Firma Astra-Zeneca ein weiterer Impfstoff (Vaxzevria) zugelassen worden, der  in Deutschland nur Personen über 60 Jahren verimpft werden soll aufgrund einem erhöhten Risiko für Sinusvenenthrombose. Der Impfstoff Janssen von Johnson und Johnson ist ebenfalls zugelassen und zunächst angepriesen, dass nur eine Impfung nötig wäre. Aufgrund einer erheblich schlechteren Wirksamkeit gegenüber der Deltavariante wird aber eine Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff bereits ab 4 Wochen nach der Janssen-Impfung empfohlen. Möglicherweise wird demnächst der russische Sputnik-Vectorimpfstoff zugelassen. Bei einem Vectorimpfstoff werden Antigene oder auch Genmaterial des Coronavirus über einen lebenden oder abgetöteten Trägervirus, der bei Menschen keine Erkrankungen auslöst (z.B. Adeno-, Pocken- oder Masernviren), geimpft. Dieses Prinzip ist relativ neu und wurde bereits bei Impfstoffen gegen Ebola und Dengue-Fieber erfolgreich angewendet. Da bei den in Deutschland verfügbaren Vector-Impfstoffen DNA-Viren (Adenoviren) als Träger eingesetzt werden, liegt die Information in diesen Impfstoffen als DNA vor.

Außerdem gibt es konventionelle Impfstoffe mit inaktivierten Viren, die bereits im Iran und China verfügbar sind. Offenbar ist der Schutz damit deutlich geringer: in Brasilien wurde von mehreren Fällen berichtet, die trotz Impfung einen schweren Verlauf erlitten hatten.

Spaltimpfstoffe und Peptidimpfstoffe sind noch in der Entwicklung. Hier ist eine Zulassung schon seit Mitte 2021 mit dem Impfstoff Novavax eingereicht. Es wird damit gerechnet, dass dieser noch 2021 auf den Markt kommt.

Verändert der BioNTech-Impfstoff das Erbgut?

Der Impfstoff verändert das eigene Erbgut nicht. Er besteht aus mRNA, die auch regulär in allen Körperzellen immer (in anderer Reihenfolge) im Cytoplasma vorkommt. Dies ist eine lange Kette aneinandergereihter Nukleotide. Durch die Komination der 4 verschiedenen Nukleotide Adenin, Guanin, Cytosin und Uracil wird die Information gespeichert. Das menschliche Erbut besteht aus DNA, welche nur im Zellkern vorkommt, und enthält statt dem Nukleotid Uracil das Nukleotid Thymin. Darüber hinaus enthalten die Nukleotide in der DNA Desoxribose und die der RNA Ribose. mRNA kann den Zellkern, der durch eine Kernhülle geschützt ist, nicht erreichen. Dadurch ist ein Einbau einer mRNA in die DNA nicht möglich. Eine Veränderung des Erbguts findet also nicht statt.

Bei jeder Erkältung, die sie bereits durchgemacht haben, haben (RNA-)Erkältungsviren ihre Körperzellen befallen und immer die Produktion von Virusmaterial über eingeschleuste mRNA erzwungen, ohne dass Sie sich darüber bisher Sorgen gemacht haben, ob ihr Erbgut verändert werden könnte.

Das HI-Virus ist ebenfalls ein RNA-Virus (ein Retrovirus), enthält aber bestimmte Enzyme, die die RNA in DNA umbauen können (reverse Transkriptase). Ebenso gibt es DNA-Viren, wie beispielsweise Herpes- oder Hepatitis-Viren. Allerdings ist auch hier ein Einbau der fremden DNA in die körpereigene DNA nicht ohne weiteres möglich. Es ist aber nicht ausgeschlosssen, das bei HIV-Infizierten die mRNA in DNA umgewandelt werden könnte und dadurch eine Erbgutveränderung möglich wäre.

Ist der Impfstoff sicher?

Der BioNTech-Impfstoff wurde bei über 20.000 Probanden getestet und mit ebensovielen Ungeimpften verglichen. Die Beobachtung dauert noch weiter an. Bislang gab es keine solche große Impfstoffstudie. Die meisten Probandne klagten wie bei anderen Impfungen auch über unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Erschöpfung, was als Reaktion des Immunsystems zu werten ist.
In Einzelfällen wurden bei empfindlichen Personen auch Lymphknotenschwellungen, Fazialisparesen und schwerere allergische Reaktionen berichtet. Auch dies ist für Impfstoffe grundsätzlich nicht außergewöhnlich, muss jedoch weiter beobachtet werden. Mit Medikamenten ist diese Nebenwirkung gut beherrschbar.

Bei den Vektorimpfstoffen wurden bei in der Regel Frauen unter 55 Jahren, die teilweise die Pille eingenommen haben oder rauchen, vermehrt Sinusvenenthrombose beobachtet. Offenbar kommt es hierbei zu einer immunvermittelten Thrombozytenaktivierung, die zu Thrombosierungen und einem Abfall der Blutplättchen führen. Eine genaue Risikokonstellation ist noch nicht bekannt, allerdings tritt diese Nebenwirkung bei Menchen über 60 Jahren nicht auf. Darüber hinaus kommt es v.a. bei Jüngeren zu stärkeren Impfreaktionen wie Fieber und körperlicher Schwäche.

Empfehlen Sie die Impfung?

Ja, natürlich! Sonst müssen wir noch weiter mit den Regeln und Lockdowns leben. Vektorimpfstoffe sollten aber nicht bei Menschen unter 60 Jahre geimpft werden.

Wie lange hält die Impfung? Ab wann beginnt der Schutz? Bin ich dann noch ansteckend? Muss ich dann noch die AHA-Regeln einhalten?

Wie lange die Schutzdauer anhält, wissen wir noch nicht genau, wohl mindestens 6-8 Monate. Im Gegensatz dazu ist bekannt geworden, dass Senioren nach einer durchgemachten Covid19-Infektion nach 6 Monate ein Risiko von 50% haben erneut an Corona zu erkranken.

Die meisten Impfstoffe müssen zwei Mal geimpft werden, in der Regel nach 3 Wochen bis 3 Monaten erneut. Ab der zweiten Impfung ist von einem Schutz auszugehen.

Inzwischen ist bekannt, dass 1/3 aller vollständig geimpften sich mit der Delta-Variante infizieren kann und der Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf mit dieser Variante bei mindestens 90% liegt. Dies bedeutet auch, dass wir das SARS-CoV2-Virus nicht mehr loswerden – es wird endemisch werden.

Auch Geimpfte müssen daher die AHA-Regeln weiter einhalten – allerdings scheiden Geimpfte viel weniger Keime aus als Ungeimpfte, die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung wird dadurch deutlich geringer. Leider werden die Coronaschnelltests bei Geimpften sehr unzuverlässig – bei Verdacht auf eine Infektion sollte dann immer ein PCR-Test durchgeführt werden.

Wie komme ich an die Impfung?

Wir impfen auch in der Praxis – bitte informieren Sie uns, wenn Sie geimpft werden möchten.

In Bayern können Sie sich nach wie vor nach einer Registrierung unter www.impfzentren.bayern seit 20.01.21 in den noch geöffneten Impfzentren impfen lassen. Für Nürnberg Messezentrum lautet die Telefonnummer 0610.220825592; Für Fürth Rosenstraße 8 und den Landkreis Fürth: 0911.9509170. Beim Bayerischen Gesundheitsministerium können Sie weitere Rufnummern herausfinden.

Wann bin ich an der Reihe?

Wir impfen in der Praxis jede Woche, können aber nur von Woche zu Woche abschätzen, wieviel Impfstoff wir bestellen müssen. War am Anfang ein Impfstoffmangel das Problem, dass nicht jeder sofort geimpft werden konnte, ist nun eher das Problem, dass wir aufgrund der Auslieferung in Mehrdosisgefäßen darauf achten müssen, dass nicht zuviel Impfstoff verfällt und müssen daher immer eine entsprechende Menge an Personen koordinieren/einbestellen.

Welche Priorisierungsgruppen gibt es?

Die Priorisierung wurde inzwischen aufgehoben und ist nur zum Stöbern hier noch erwähnt.

 

  1. Gruppe mit höchster Priorität
    hierzu gehören laut Impfverordnung Menschen über 80 Jahren, Pflegebe­dürf­ti­ge sowie ambulante und stationäre Pflegeberufe. Außerdem Menschen in medizinischen Einrichtungen, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sich anzustecken, z.B. Rettungsdienste, Angestellte in Intensiv-/Notaufnahmestationen, von Palliativdienste oder Impfzentren, oder Personal, das schwer gefährdete Menschen anstecken können wie Mitarbeiter in der Onkologie oder Transplantationsmedizin.
  2. Gruppe mit hoher Priorität
    Alle Menschen über 70 Jahren. Menschen mit Trisomie 21, Demenz oder einer geistigen Behinderung sowie Patienten nach Organtransplantation, oder Personen, die diese Menschen betreuen. Enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren. Menschen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko tätig sind, wie Ärzte und Personal mit regelmäßigem unmittelbaren Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren. Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung öffentlicher Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Mitarbeiter im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhal­tung der Krankenhausinfrastruktur. Personen, die etwa in Obdach­lo­sen­heimen oder Asylbewerberunterkünften untergebracht oder tätig sind. Neu ist, dass auch Personen, mit folgende Erkrankungen in diese Gruppe gehören: psychiatrische Erkrankungen wie bipolare Störung, Schizophrenie und schwere Depression; maligne hämatologische Erkrankungen wie Krebs (“die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt”; interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder andere, “ähnlich schwere chronische Lungenerkrankung”, Diabetes mellitus (HbA1c über 58 mmol/mol beziehungsweise über 7,5 Prozent); Leberzirrhose, chronische Lebererkrankungen; chronische Nierenerkrankung; Adipositas (BMI über 40).
  3. Gruppe mit erhöhter Priorität
    Alle Menschen ab 60 Jahren und Menschen mit folgenden Erkrankungen: remittierende Krebserkrankungen; Erkrankungen des Immunsystems, Rheuma; Herzinsuffizienz, koronaren Herzkrankheit oder arterielle Hypertonie; Schlaganfall, neurologische Erkrankungen; Asthma bronchiale; chronisch entzündliche Darmerkrankungen; Diabetes mellitus unter 58 mmol/mol beziehungsweise unter 7,5 Prozent; Adipositas (BMI über 30). Angehörige staatlicher Einrichtungen, Polizei, Bundeswehr, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz. Apotheker und weitere als kritisch definierte Infrastruktur; Lebensmittelhandel; Erzieher und Lehrer

Danach folgen alle anderen Personen. Ab wann welche Gruppe an der Reihe ist, wurde noch nicht mitgeteilt. Wie diese Mitteilung dann kommuniziert wird, auch nicht – also am besten über die Medien informieren.

Der Nachweis der Anspruchsberechtigung erfolgt über Atteste von niedergelassenen Ärzten, die Kosten dafür trägt der Staat.

Verschwörungstheorien…

Abgesehen davon, dass es heutzutage keine Möglichkeit gibt, einen Chip so klein zu bauen, dass er unsichtbar in einer Flüssigkeit über eine Kanüle gespritzt werden könnte, gibt es keine Impfpflicht und auch Bill Gates hat seine Finger nicht im Spiel. Wir werden von der Pharmaindustie auch nicht bezahlt und dürfen die Impfung (zumindest am Anfang) noch nicht durchführen.

Wo kann ich noch mehr Informationen bekommen?

Die Originalpublikation des BioNTech-Impfstoffes finden Sie in einem der hochangesehensten medizinischen Journals: New England Journal of Medicine

Im Arznei-Telegramm wird sowohl die Datenlage zum BioNTech-Impfstoff als auch zu den Covid-Impfungen allgemein diskutiert

Über Nebenwirkungen berichtet die Pharmazeutischen Zeitung

Vom Bundesministerium für Gesundheit gibt es weitere Informationen

Für die Impfung bei Krebserkrankungen gibt es hier Informationen

Für Bayern gibt es noch eine Informationsseite der Staatsregierung