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Coronavirus Infektion

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Verhalten bei Verdacht auf eine SARS-CoV2-Infektion.

Die Gesundheitsämter sind immer noch überlastet und kommen mit dem Nacharbeiten nicht hinterher. 

 

Wann muss ich in Quarantäne?

Das ist abhängig vom Risiko erkrankt zu sein:

  1. Bei direktem Kontakt mit einem Covid19-Erkrankten besteht ein hohes Risiko der Übertragung und eine Quarantäne ist immer nötig (dies sind Kontaktpersonen Kategorie 1).
    Dies ist anzunehmen bei engem Kontakt (Fehlender Mund-Nasen-Schutz und Gespräch mit einem Abstand geringer als 1,5 m) oder bei längerem Aufenthalt in einem Raum in dem eine hohe Konzentration infektiöser Aerosole anzunehmen ist.
    Beispiele: Haushaltsangehörige; Aufenthalt von über 15 Minuten in einem unbelüftetem Raum bei Chorprobe, Fitnessstudio etc. Die Corona-Warn-App sollte dann rot ein hohes Risiko anzeigen.
    Was die Warn-App nicht erfassen kann, wäre Kontakt mit Sekreten eines Erkrankten (Erbrochenes, Anhusten)
  2. Bei flüchtigem, kurzem Kontakt mit einer infizierten Person, z.B. im Supermarkt oder im Betrieb, bei dem der Abstand > 1,5 m eingehalten wird und/oder eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen wird, besteht ein niedriges Risiko
    (dies wird als Kontaktperson Kategorie 2 bezeichnet). Hier ist keine Quarantäne nötig, solange keine Krankheitssymptome wie Fieber, Husten etc. auftreten. Die Corona-Warn-App bleibt grün, zeigt aber evtl. einen Kontakt/Geringes Risiko an. Sollten nach einem solchen Kontakt grippale Krankheitssymptome auftreten, sollte ein Abstrich erfolgen und bis zum Ergebnis eine Selbstisolation eingehalten werden – ist dieser Test  negativ, kann die Quarantäne beendet werden. Wenn ein solcher Kontakt der Kategorie 2 mehr als 30 Minuten bestand (und sogar auch beim Tragen einer FFP2/3-Maske) ist auch immer eine Quarantäne nötig.
  3. Auch bei indirektem Kontakt (z.B. der Sohn der Arbeitskollegin, die selbst nicht erkrankt ist) besteht ein geringes Risiko und es ist keine Quarantäne oder ein Abstrich nötig.
  4. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt laborbestätigte Infizierte und dananach Genesene haben ein niedriges Risiko und müssen nicht in Quarantäne.

Wielange dauert die Quarantäne?

In der Regel dauert die Quarantäne 14 Tage. Das kann aber von Gesundheitsämtern unterschiedlich geregelt sein. Die Quarantäne beginnt ab dem Nachweis der Infektion bzw. ab dem Kontakt mit dem Infizierten.

Da es bis zu 14 Tage dauern kann, bis eine Erkrankung ausbricht, müssen asymptomatische Kontaktpersonen immer 14 Tage in Quarantäne und mindestens 24-48 Stunden vor Ende der Quarantäne symptomfrei sein.
Sollten Symptome der Erkrankung vorhanden sein (Husten, Fieber, Geschmacks/Geruchsstörungen) kann sich die Quarantäne auf 10 Tage verringern, wenn ebenfalls 48 Stunden vor dem Ende der Quarantäne keine Symptome mehr bestanden.

Besteht ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit einer Virusmutation (z.B. die englische B.1.1.7 -Variante) oder liegt eine nachgewiesene Infektion mit einer solchen vor, wird die Dauer der Quarantäne bei Erkrankten auf mindestens 14 Tage nach Erstnachweis des Erregers bei asymptomatischem Verlauf bzw. nach Symptombeginn bei symptomatischem Verlauf hinaufgesetzt. In letzterem Fall muss zusätzlich Symptomfreiheit bzw. eine nachhaltige Besserung der akuten COVID-19-Symptomatik gemäß ärztlicher Beurteilung seit mindestens 48 Stunden vor Entisolation vorliegen.  Eine Beendigung der Isolation erfolgt in diesem Falle nur nach Abschlusstestung mittels Antigentest oder PCR-Untersuchung und Vorliegen eines negativen Testergebnisses. Bei positiv getesteten Personen entscheidet dann die zuständige Kreisverwaltungsbehörde über die Beendigung der Isolation.

Hinsichtlich der Quarantäne von Kontaktpersonen der Kategorie I (KP1) von Indexpersonen mit begründetem Verdacht oder bestätigter Infektion mit einer Virusmutante kommt eine Verkürzung der Quarantäne von 14 auf 10 Tage nicht in Betracht.

Was ist eigentliche eine Quarantäne?

Eine Quarantäne ist eine befristete Isolation einer Person von der Außenwelt, bei der der Verdacht besteht, dass eine Infektion mit einer Erkrankung stattgefunden hat – aber diese noch nicht ausgebrochen ist; sie wird vom Gesundheitsamt angeordnet. Die Quarantäne hat zum Ziel, dass eine mögliche Erkrankung nicht weiterverbreitet wird. Die Dauer der Quarantäne ist so bemessen, dass die Erkrankung in diesem Zeitraum ausbrechen sollte. In der Regel bedeutet das, dass Sie die Wohnung nicht mehr verlassen dürfen und von Hilfe für Einkauf/täglichen Bedarf von außen angewiesen sind. Hundehalter dürfen den Hund nur im eigenen Garten laufen lassen; Gassi gehen ist verboten und muss von außerhalb des Haushalts lebenden Personen übernommen werden (nur das Gesundheitsamt kann hier abweichende Regeln anordnen).
Davon wird die Isolation abgegrenzt, die die gleichen Einschränkungen nach sich zieht, jedoch bei einer bereits ausgebrochenen Erkrankung erfolgt. Da derzeit die Gesundheitsämter überlastet sind, sollte jede Person, bei der eine Quarantäne nach obigen Kriterien nötig ist, sich zunächst in Selbstisolierung – also ohne Aufforderung – begeben und Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen.

Wie kann ich das Gesundheitsamt unterstützen?

Indem Sie sich  sobald ihre Erkrankung bekannt ist oder ein hohes Risiko besteht (siehe oben) zunächst in Selbstilosierung begeben. Sie sollten zweimal täglich Fieber messen und ein Symptomtagebuch führen.

Bei gesunden Menschen ohne Risiken ist das alleinige Vorhandensein von hohem Fieber oder Husten nicht unbedingt bedenklich. Wenn es aber zu erschwerter Atmung oder Schwäche kommt, sollten Sie in jedem Fall mit uns Kontakt aufnehmen. Bei Risikopersonen sollte ggf. schon früher eine stationäre Überwachung erfolgen. Bitte melden Sie sich in jedem Falle bei uns telefonisch.

Sie sollten eine Liste mit den Kontaktpersonen, mit denen Sie bis zu 48 Stunden vor dem Beginn der Erkrankung engen Kontakt (=Kontaktperson Kategorie 1- Definition siehe oben) hatten, ans Gesundheitsamt schicken, damit dort eine Nachverfolgung erleichtert wird.
Für das Gesundheitsamt Fürth an: covid-ctt@lra-fue.bayern.dehier gibt es eine Excel-Vorlage
Für das Gesundheitsamt Nürnberg: gh-kontaktpersonen@stadt.nuernberg.dehier gibt es auch ein Onlineformular

Ich bin alleinstehend - wer hilft mir während der Quarantäne?

In Nürnberg gibt es Nachbarschaftshilfe oder bspw. eine Hilfehotline: https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/nachbarschaftshilfe_corona.html

In Fürth kann Ihnen der Sozialdienst weiterhelfen: 0911/9773-1865 (außerhalb der Dienstzeit und am Wochenende: 0911/9773-3333)

Benötige ich während der Quarantäne eine Krankmeldung? Habe ich einen Lohnausfall?

Wenn Sie erkrankt sind, bekommen Sie wie bei andere Erkrankungen auch eine Krankmeldung über den nötigen Zeitraum. Die Lohnfortzahlung ist gewährleistet.

Kompliziert wird es, wenn Sie zwar in Quarantäne sind, aber keine Krankheitszeichen haben. Dann ist formal eine Arbeitsunfähigkeitbescheinigung durch einen Arzt nicht möglich, da Sie ja eigentlich nicht arbeitsunfähig sind.
Da die Quarantäne dazu dient, die Weiterverbreitung der Erkrankung zu unterbinden, haben Sie oder Ihr Arbeitgeber jedoch Anspruch auf Entschädigung über das Gesundheitsamt oder Versicherungen.
Dazu benötigen sie einen Nachweis der Quarantäneanordnung, den Sie beim Gesundheitsamt anfordern sollten. Beim Gesundheitsamt Fürth unter bestaetigung@lra-fue.bayern.de .
Auch Selbständige haben einen Anspruch auf Entschädigung. Ob ein Anspruch besteht und wie hoch ein Anspruch ist, kann Ihnen die Behörde mitteilen, beispielsweise kann eventuell erwartet werden, dass Homeoffice durchgeführt wird, wenn dies möglich und durchführbar ist. Mit einem Nachweis über die Quarantänedauer kann ein eventuell bestehender Anspruch auf Entschädigung/Lohnersatz gem. § 56 IfSG bei der Regierung von Mittelfranken eingereicht werden. Der Antrag hat durch den Arbeitgeber gestellt zu werden. Hierfür wird er von Ihnen einen Bescheid über die Dauer der Quarantäne brauchen.

Weitere Informationen…

Internet:
Gesundheitsamt Fürth
Gesundheitsamt Nürnberg
Informationen zu Kontaktpersonen des Robert-Koch-Institutes

Tipps bei häuslicher Quarantäne

Hotlines:
KVB 116 117
Bürgertelefon der Stadt Fürth 0911.974 3698 (Mo-Fr. 8:00 – 16: Uhr)
Gesundheitsamt Fürth 0911.9773 3039
Gesundheitsamt Nürnberg 0911.231 10 666
Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen, 09131. 680 851 01
Bundesgesundheitsministerium 030.346 465 100